hi leute.
letzter eintrag ist nun eingige tage her und wir haben interessante dinge durchlebt.
am 1.5 sind wir nach koja-san aufgebrochen. ein alter tempelort der um 800 herum von buddhistischen moenchen geruendet worden ist. die jugendherberge dort ist das beste was uns je untergekommen ist. sie befindet sich in einer alten tempelanlage. fussboeden aus traditionellen tatami-matten und zimmerunterteilung durch japanische schiebetueren haben zu einer erholsamen atmosphere gefuehrt.
am selben abend haben wir noch den 1200 jahre alten friedhof koya-sans besucht. die graeber waren unstrukturiert entlang des ca. 3 km langen hauptwegs aneinandergreiht. zwischen den graebern wuchsen hundertjahre alte zedernbaeume. der weg wurde zwar durch weglampen beleuchet, doch waren diese in grosserem abstand aufgestellt, so dass es zwischendurch recht dunkel wurde.
am naechsten tag bin ich um 5.30 aufgestanden um rechtzeitig an der morgentlichen moechszeremonie teilzunehemen. ein sehr meditativer start in den tag. 7 moenche haben eine halbe stunde lang woerter gesanglich wiederholt, die sich aufeinander reimten. dazu haben sie gleichzeitig einen leicht bassigen grundton variiert der dem klang eines Didgeridoos aehnelt. das war echt ein erlebniss, zumal ich die nacht zuvor wenig geschlafen habe, den meditativen effekt vergroessert hat.
tagsueber haben wir den ort erkundet, viele weitere tempel besucht und den groessten steingarten japans, der nicht umbedingt gross war, besichtigt.
Wir verabschiedenten uns mittags von den amerikanern die wir in der jugendherberge getroffen haben und zogen weiter richtung osten. unser ziel: nagoya.
nagoya ist genau das was man sich unter einer japanischen grossstadt vorstellt. ueberall bunte lichter, es riecht an jeder ecke nach leckereien und die strassen voll von menschen. das war schon um ca. 21h so. doch dann, 90 minuten spaeter waren fast alle menschen wie vom erdboden verschluckt. wir waren zwischendurch essen, also wussten wir auch nicht wohin sie alle gegangen waren. es war ein freitag, da geht man doch nicht nach hause um 22h… wir wussten zwar, dass es haeufiger bars und clubs in hoeheren stockwerken gab, doch waren die meisten davon waren gogo-clubs. nach einigen weiteren dosenbieren haben wir schliesslich aufgegeben und sind zurueck ins hotel.
am 3ten gings weiter nach matsumoto. motto des tages: der weg ist das ziel. das war naemlich unser wandertag. ca 8km bei 30 grad am fusse der japanischen alpen. das highlight matsumotos war wiedereinmal eine jugendherberge. bzw genauer der dortige verueckte herbergsvater, warscheinlich mit militaeterischem hintergrund. ich nenne ihn ab jetzt theo, denn theo weigels augenbrauen, waren nichts im vergleich mit seinen.
wir kommen also eine dreiviertel stunde vor ende der checkintime an und werden schon wild erwartet. wie wir denn so spaet ankommen koenn und dass wir uns jetzt zwischen duschen und etwas zu essen holen gehen (vom original 2 minuten entfernten supermarkt) entscheiden muessten, haben wir als erstes zu hoeren bekommen.
die naechste problematik die er nicht verkraften konnte muss etwas ausgefuehrt werden: wir haben in hamburg nachmittags ein fax an ihn geschickt um zu reservieren. (da er wohl in seinem buero schlaeft ist er nachts um 2 von unserem fax aufgewacht – aber das nur nebenbei). er war jedoch nicht im stande dieses zu bestaetigen (troz angabe von emailkontakt). wir haben daher ein weiteres mal aus osaka aus reserviert. nun hatte er also 2 identische reservierungen fuer den selben tag – ein wahrlich kopfzermuerbendes problem, mit dem er sich wohl seit einer woche herumgeplagt hatte. genau dies hat er uns dann auch in jeder freien minute wieder und wieder mit grossen gestiken, waehrend unseres aufenthalts erzaehlt.
ich koennte hier ueber theo noch viele weitere zeilen schreiben, z.b wie er seinen gaesten verbeitet die muelleimer zu benuzten oder morgens mit lautspraecheransage zum fruehstueck aufruft. aber die beste zusammenfassung ueber ihn ist eigentlich wie er sich in einen unglaublich netten menschen verwandelt hat als es darum ging wieder zu gehen. da ist er tatsaechlich mit uns rausgekommen und hat uns dreimal den weg zum bahnhof erklaert. warscheinlich im herzen doch ein lieber mensch der keinen weg gefunden hat diesen gefuehlen freien lauf zu lassen.
soo… das wars fuer heute denke ich.
euch gehts hoffentlich ebensogut wie uns!
beste gruesse
adrian